Mann bKV Service

Die Besteuerungsvariante im Detail

Bei der Einführung einer bKV ergeben sich meistens steuerliche und arbeitsrechtliche Fragen. Ebenso sind Unklarheiten bei der Integration der bKV in Ihre Lohnbuchhaltung fast immer vorprogrammiert. Wir versprechen Ihnen bereits jetzt, Sie bei der innerbetrieblichen Umsetzung Ihrer bkV professionell zu unterstützen.

 

An dieser Stelle weisen wir darauf hin, dass wir keine Steuer- und Rechtsberatung durchführen, sondern Sie hier mit spezialisierten Netzwerkpartnern unterstützen. Wir unterstützen Sie mit einer Checkliste zu allen Fragen zum Arbeits- und Steuerrecht. Ebenso halten wir für Sie Musteranschreiben für eine Pauschalsteueranfrage beim Betriebsstättenfinanzamt sowie die Muster für eine Betriebsordnung oder eine Betriebsvereinbarung bereit.

 

 

Steuerliche Behandlung der betrieblichen Krankenversicherung

Die wichtigsten Fragen und Antworten (Stand 01.01.2020):

“WARUM MÜSSEN DIE BEITRÄGE ZUR bKV VERSTEUERT WERDEN?”

Bei der arbeitgeberfinanzierten bKV schließt der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer eine private Zusatzversicherung ab. Die Beitragszahlung übernimmt der Arbeitgeber. Die durch den Arbeitgeber übernommenen bKV-Beiträge stellen für den Mitarbeiter einen steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn dar (geldwerter Vorteil nach § 8 i. V. m. § 19 EStG)

“WIE WERDEN DIE LEISTUNGEN AUS EINER bKV VERSTEUERT?”

Die empfangenen Leistungen aus einer bKV sind für den Arbeitnehmer steuerfrei (§ 3 Nr. 1a EStG).

“KANN DIE bKV ALS BETRIEBSAUSGABE ABGESETZT WERDEN?”

Die Beiträge zur bKV sowie die ggf. durch den Arbeitgeber getragenen Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge können gewinnmindernd als Betriebsausgabe angesetzt werden.

"WAS MÜSSEN WIR KONKRET TUN, UM VON DER GEÄNDERTEN STEUERLICHEN BETRACHTUNG ZU PROFITIEREN?"

Wenn Ihre Versorgungszusage so ausgestaltet ist, dass der Mitarbeiter ausschließlich Versicherungsschutz einfordern kann, ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes dieser geldwerte Vorteil als Sachlohn (und nicht mehr als Barlohn) zu werten. Mit der Veröffentlichung der BFH-Urteile bringt die Finanzverwaltung zum Ausdruck, dass sie die Urteile auch anwenden will.

Durch das Jahressteuergesetz 2019 wurde diese Einschätzung bis auf weiteres bestätigt, da keine Anpassung des Gesetzgebers erfolgt ist.

Der große Vorteil von Sachlohn ist, dass dieser bei Einhaltung der monatlichen 44 EUR-Grenze steuer- als auch sozialversicherungsfrei an die Mitarbeiter zugewendet werden kann. Es ist jedoch zu beachten, dass die 44 EUR- Freigrenze auch für weitere Sachbezüge des Arbeitgebers gilt. Ebenso eröffnet sich bei der Wertung der bKV- Beiträge als Sachlohn die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG.

"HABEN WIR IN DER VERGANGENHEIT ZU VIEL STEUERN/SV GEZAHLT UND BEKOMMEN WIR ETWAS ZURÜCK?"

Die Finanzverwaltung hat sich bisher nicht zum Anwendungszeitraum geäußert. Einer rückwirkenden Anwendung der Urteile dürften in der Regel verfahrensrechtliche Grenzen entgegenstehen.

Nach dem Einkommensteuergesetz können Lohnsteueranmeldungen nur solange korrigiert werden, soweit die Lohnsteuerbescheinigungen für das betreffende Jahr noch nicht ausgestellt wurden. Das bedeutet beispielsweise, dass die steuerliche Behandlung der bKV als Barlohn im Jahr 2018 im Regelfall nicht mehr über den Arbeitgeber änderbar ist. Die steuerliche Behandlung im laufenden Jahr 2019 kann dagegen der Arbeitgeber noch korrigieren. Im Zweifel ist Ihr steuerlicher Berater hinzuzuziehen.

"WAS PASSIERT, WENN DIE 44€ SACHBEZUG BEREITS GANZ ODER TEILWEISE VERWENDET WERDEN?"

Überschreitet die Summe der unter die monatliche Freigrenze fallenden Sachbezüge 44 EUR, werden grundsätzlich sämtliche Sachbezüge in voller Höhe lohnsteuerpflichtig.

Allerdings sind nach § 37b EStG oder § 40 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG pauschal besteuerte Sachbezüge bei der Prüfung der 44 EUR-Freigrenze nicht zu berücksichtigen; R 8.1 Abs. 3 S. 1 LStR. Sofern “neue” Beiträge zur bKV pauschal besteuert werden, hat dies somit keine Auswirkung auf die (bisherige) Anwendung der 44 EUR- Freigrenze.

Das Überschreiten der 44 EUR-Grenze wird jeden Monat neu geprüft.

"ZUR ZEIT ZAHLEN WIR DIE BEITRÄGE JÄHRLICH/ HALBJÄHRLICH, PROFITIEREN WIR SO AUCH VOM SACHBEZUG?"

Ja, die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 EUR kann auch bei jährlicher/halbjährlicher Zahlungsweise (anstatt der individuellen Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG) angewendet werden, wenn der Jahres-/Halbjahresbeitrag max. 44 EUR beträgt. Sollten die gesamten Sachzuwendungen in dem/denjenigen Zahlmonat/en dann jedoch 44 EUR übersteigen, wäre zu überlegen, ob auf eine monatliche Zahlungsweise umgestellt wird, sodass die monatliche Sachbezugsfreigrenze vom 44 EUR genutzt werden kann – jedoch nur wenn die Sachbezugsfreigrenze noch nicht durch andere Sachbezüge ausgenutzt wird.

Nettolohnversteuerung

Taschenrechner

monetärer Aufwand
beim Arbeitgeber

monetärer Aufwand
beim Arbeitnehmer

administrativer Aufwand
beim Arbeitgeber

Nettolohnversteuerung

Der Arbeitgeber erhöht das Bruttoeinkommen des Mitarbeiters soweit, dass der Mitarbeiter nach Abzug des bKV-Beitrags und aller darauf anfallenden Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sein bisheriges Nettoeinkommen ausgezahlt bekommt.

Die Erhöhung (bKV-Beitrag und Erhöhung um den Ausgleich der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge) wird im Rahmen der Gehaltsabrechnung beim Mitarbeiter lohnversteuert und verbeitragt und der bKV-Beitrag rechnerisch wieder abgezogen. Im Ergebnis erhält der Mitarbeiter ein unverändertes Nettogehalt.

Der Arbeitnehmer wird nicht belastet und Steuern sowie Sozialabgaben trägt vollumfänglich der Arbeitgeber.

höherer Aufwand

kein Aufwand

normaler Aufwand
(über Gehaltsabrechnung)

Pauschalversteuerung §40 Abs.1 EStG (Durchschnittssteuersatz)

Der Arbeitgeber trägt die auf den bKV-Beitrag anfallende Lohnsteuer. Diese wird über den für alle betroffenen Mitarbeiter einheitlichen Pauschalsteuersatz berechnet.

Die Arbeitnehmer-Beiträge zur Sozialversicherung übernehmen in diesem Fall ebenfalls die meisten Arbeitgeber. Nur selten kommt es vor, dass bei der Pauschalsteuervariante der Mitarbeiter die Arbeitnehmer- Anteile zur Sozialversicherung selbst tragen muss.

Der bKV-Beitrag erscheint nicht in der Gehaltsabrechnung, sondern wird ausschließlich im internen Lohnkonto des Mitarbeiters erfasst.

höherer bzw normaler Aufwand

kein bis geringer Aufwand

Zusatzaufwand durch Berechnung des Pauschalsteuersatzes und Beantragung beim Finanzamt

Geldwerter Vorteil beim Arbeitnehmer

Das Bruttoeinkommen des Mitarbeiters wird um den Beitrag zur bKV durch den Arbeitgeber erhöht.

Auf den bKV-Beitrag fallen dann Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an, die der Mitarbeiter bei dieser Variante selber trägt. Dadurch reduziert sich das Nettoeinkommen des Mitarbeiters.

Der Arbeitgeber übernimmt also lediglich den bKV-Beitrag und den regulären Arbeitgeber-Anteil zur Sozialversicherung.

Da sich bei der individuellen Versteuerung der bKV das Nettoeinkommen des Mitarbeiters reduziert, hat diese Variante in der Praxis so gut wie keine Relevanz.

normaler Aufwand

normaler Aufwand

Normaler Aufwand
(über Gehaltsabrechnung)

Achtung: Diese Informationen stellen keine verbindliche steuerrechtliche Auskunft dar. Bitte wenden Sie sich an den Steuerberater Ihres Vertrauens.

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